Erläuterung: Englische Lebensversicherung
27. August 2008 von Christian Schmidt
Englische Lebensversicherungen werden so bezeichnet, da die Versicherer ihren Firmensitz in Großbritannien haben. Dank des EU-Staatenverbundes können die englischen Produkte auch von Bürgern innerhalb der EU abgeschlossen werden, so können also Deutsche auch englische Lebensversicherungen abschliessen. Es gibt die britischen Lebensversicherungen entweder mit Überschussbeteiligung, sogenannte “With-Profit-Endowments” oder als fondsgebundene Lebensversicherungen bzw. als Mischform aus beidem.
Die britischen Versicherungen unterscheiden sich von den deutschen durch ihre Anlagepolitik: Britische Versicherungen garantieren nur relativ geringe Garantien über die Höhe der Ablaufleistungen, Rückkaufswerte werden häufig überhaupt nicht garantiert. In Deutschland müssen seit diesem Jahr die Rückkaufswerte garantiert werden, außerdem sind die garantierten Ablaufleistungen höher als in Großbritannien. Durch die niedrigeren Garantiewerte haben die britischen Versicherer größeren Spielraum, in welche Kapitalanlagen sie investieren und können höhere Investitionen in volatile Kapitalanlagen tätigen (z. B. Aktien). Erlaubt sind bis zu 35 % der Gesamtanlage. Auf diese Weise haben englische Versicherer vergleichsweise hohe Renditen erzielt, von denen durch die Überschussbeteiligung wiederum die Versicherungsnehmer profitieren: Deutsche Lebensversicherungen liegen bei ca. 5 %, englische Versicherer bei ca. 13,6 % Rendite.
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